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Martina Zöllner

Martina Zöllner liest aus "Bleibtreu" (Dumont 2003).

Martina Zöllner, in Speyer geboren, studierte Germanistik und Anglistik in Berlin. Sie arbeitete zunächst als freie Journalistin, heute ist sie Redaktionsleiterin für Kulturkdokumentationen beim SWR-Fernsehen. So produzierte Martina Zöllner u. a. die vierteilige Dokumentation "Auschwitz und kein Ende" und das Martin-Walser-Porträt "Der Ich-Erzähler". Mit dem Roman "Bleibtreu" gelang Martina Zöllner ein aufsehenerregendes Debüt. "Illegal verliebt" nennt die Autorin das Gefühlschaos, in das sie ihre Protagonisten stürzt. Antonia, 36jährige Redakteurin einer TV-Produktionsfirma, verliebt sich während eines Interviews in den über dreißig Jahre älteren Christian Bleibtreu, Philosoph und Autor
auflagenstarker Bücher. Rendezvous mit dem verheirateten Mann und Vater von drei Kindern sind jedoch nur während seiner Vortragsreisen möglich. So führt sie eine heimliche Geliebtenexistenz – mit der desillusionierenden Erkenntnis: "Unsere Situation ist aussichtslos. Wir lieben uns, wie sich noch nie zwei Menschen geliebt haben."

Martina Zöllners Roman löste in den Feuilletons Kontroversen aus. So bezeichnete Sigrid Löffler (Literaturen) das Buch als "Ärgernis des Jahres". Für Volker Breidecker (Süddeutsche Zeitung) jedoch ist "Bleibtreu" ein "fulminantes Romandebüt" mit "wunderbar schrägen Wortkaskaden und Boulevard-Suaden." Während einige Kritiker (Weltwoche, Literaturen) in Zöllners Erstlingswerk einen autobiographisch geprägten Schlüsselroman über Martin Walser sehen, verneint dies die Autorin mit dem Hinweis: "Da wird die Romankonstruktion mit einer bei mir vermuteten Lebenswirklichkeit verwechselt" (Der Spiegel). Hingegen erkennt in sprachlicher Hinsicht Martin Krumbholz (Frankfurter
Rundschau) eine "Wahlverwandschaft" der Autorin mit Martin Walser". Und er benotet Zöllners Roman zudem mit "Eins plus."

Martina Zöllner. Bleibtreu. Roman. DuMont Verlag, Köln 2003; 19,90 Euro

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