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Hans Wollschläger

In den 60er Jahren machte sich Wollschläger (1935 geb. in Minden) einen Namen als Übersetzer, etwa von Poes »Gesammelten Werken«. Zum Star des Literaturbetriebs avancierte er durch seine kongeniale Eindeutschung von James Joyce’ "Ulysses", für die ihm die Bayerische Akademie der Schönen Künste 1976 ihren Literaturpreis verlieh. Gleichermaßen anerkannt sind Wollschlägers eigenes literarisches Werk ("Herzgewächse oder der Fall Adams") und seine Studien über "Geistesverwandte", besonders voran Karl Kraus, Sigmund Freud und Arno Schmidt.

Der "Bloomsday", Blooms Tag, den James Joyce in seinem Jahrhundertwerk "Ulysses" beschreibt, jährt sich heuer zum 100. Mal. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums veröffentlichte der Suhrkamp Verlag die erste kommentierte Ausgabe des Romans (1100 S., 50 Euro). Darin sind jedem der 18. Kapitel kurze Einführungstexte vorangestellt, die den Zugang erheblich erleichtern. Die Erläuterungen geben beispielsweise Auskunft über Joyce’ literarisches Konzept, den eingearbeiteten Bildungsschatz und die Quellen, besonders Homers "Odyssee", auf die der Titel anspielt. Joyce’ Protagonist Leopold Bloom ist jedoch – im Gegensatz zu Odysseus – kein Held, sondern ein Durchschnittsmensch. Und er segelt nicht über den Ozean, sondern streift durch das Häusermeer von Dublin. Neben den Erlebnissen des Anzeigenakquisiteurs Bloom schildert Joyce vor allem dessen Bewusstsein. Eine Besonderheit ist die Jubiläumsausgabe nicht zuletzt wegen der grandiosen Übersetzung von Hans Wollschläger, die aufs Wort genau die literarischen Feinheiten des Originals ins Deutsche rettet. "In den 70er Jahren wurde der Name Hans Wollschläger zum Synonym für allererste Qualität". (Andreas Weigel, "Wiener Vorlesungen zur Literatur")

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