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Christa Wolf

Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg/Warthe geboren. Sie studierte 1949-1953 Germanistik in Jena und Leipzig. 1953-1959 war sie in Ostberlin wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Schriftstellerverbandes und von 1955-1977 Mitglied des Vorstands. Weitere Tätigkeiten u. a.: Cheflektorin des Verlages Neues Leben und Lektorin des Mitteldeutschen Verlages. 1949 SED-Beitritt, 1963-1967 Kandidatin des ZK, Juni 1989 SED-Austritt.

Christa Wolfs Werke erreichten sowohl in der DDR als auch in der BRD größte Popularität. Ihre literarischen Themen und Visionen zielten stets auf das verantwortungsvolle Verhalten und Handeln des Individuums in der Gesellschaft und auch auf die Reformierbarkeit und Fortentwicklung des gesellschaftlichen Systems. Damit geriet sie zwar in einen Dauerkonflikt mit der DDR-Staatsmacht, doch ihre Leserschaft wuchs. Sie übersprang mit ihren fundamentalen zivilisationskritischen Ansätzen alle Landesgrenzen. So hat C. Wolf mit ihrer berühmten Deutung des Kassandra-Mythos (1983) sowohl den Feminismus als auch die Friedensbewegung weltweit befördert.

Christa Wolf erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so u. a.: zwei Nationalpreise der DDR, den Georg-Büchner-Preis, den Österreichischen Staatspreis und den Deutschen Bücherpreis für das Gesamtwerk (2002).

"Ein Tag im Jahr" ist das neueste Werk von Christa Wolf. Es umfasst Tagesprotokolle des jeweils 27. September von 1960-2000. Kritiker bescheinigen dem Buch eine ehrliche Schilderung der persönlichen Entwicklung der Autorin als auch ihrer politischen Einstellungen. C. Wolf schreibt selbst, dass sie sich damit "ungeschützt darstellt und ausliefert". Und beim Lesen dessen, was sie "erlebt, gedacht, gefühlt" hat, verblasst jede Fernseh-Ostalgie, da wird wahre Geschichte dokumentiert.

Ein Tag im Jahr. 1960-2000. Luchterhand Literaturverlag. München, 2003
Ebenfalls bei Luchterhand erschien eine zwölfbändige Werkausgabe von Christa Wolf.

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