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Literaturhaus Nürnberg, Luitpoldstr. 6, Tel. 0911 / 234 26 58
Donnerstag, 6. Oktober 2011, Viola Roggenkamp

1948 in Hamburg geboren, studierte sie Psychologie, Philosophie und Musik. Israel und verschiedene asiatische Länder hat sie nicht nur ausgiebig bereist, sondern auch mehrere Jahre dort gelebt. Viola Roggenkamp gilt als eine der renommiertesten deutschsprachigen Publizistinnen. Einen Namen als Journalistin hat sie sich durch ihre Beiträge in namhaften Zeitungen gemacht, vor allem in der „Zeit“. Zu ihren großen Stärken als Autorin gehören Porträts. Beispielhaft dafür ist ihr großer Essay „Erika Mann – eine jüdische Tochter“ und ihr Buch „Tu mir eine Liebe. Meine Mamme“ über das besondere Verhältnis bekannter jüdischer Persönlichkeiten wie Arno Lustiger, Rachel Salamander und Michael Wolffsohn zu ihrer Mutter.

Viola Roggenkamp weiß, wovon sie schreibt, denn sie ist selbst in einer deutsch-jüdischen Familie aufgewachsen. Dieser Erfahrungswelt kommt auch in ihrem literarischen Werk erhebliche Bedeutung zu, und zwar seit ihrem Romandebüt „Familienleben“, einem großen Erfolg. Eindringlich und virtuos bringt sie Gefühle und Gedanken, die Entwicklung von Identität und deren Erschwernisse zur Sprache. Dabei gelingen ihr genaue Psychogramme im Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse, deutscher Zeitgeschichte und einer äußerst gegenwärtigen Vergangenheit. Roggenkamp versteht sich hervorragend auf Dialoge. Sie kann feinsinnig erzählen. Und mit wunderbarer Situationskomik. Lauter Qualitäten, die auch ihren neuen Roman auszeichnen, aus dem sie bei uns liest.

„Vater und Tochter“ (S. Fischer) bezeichnet Viola Roggenkamp als thematische Fortschreibung ihres Erfolgsdebüts „Familienleben“ – aus einer neuen, sehr persönlichen Perspektive: Es geht der Autorin um ihren Vater, genau wie der Ich-Erzählerin im Roman. Um ihren Vater Paul, der endgültig zwischen historischen Grauzonen und familiärer Legendenbildung zu entschwinden droht. Um seine vielfach beschworene Vergangenheit als Retter, der seine jüdische Geliebte und deren Mutter vor der Deportation ins Konzentrationslager bewahrte, Papiere fälschte und unglaublichen Mut und Einfallsreichtum bewies, um die Nationalsozialisten auszutricksen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Und über die andere Hälfte wird in der Familie geschwiegen. Als Pauls Leben zu Ende geht, wird seiner Tochter schmerzlich bewusst, wie wenig sie über ihn Vater weiß – und wie wichtig Antworten auf die offenen Fragen für ihre eigene Zukunft sind. Sie begibt sich auf eine Spurensuche, um endlich ihr eigenes Bild von ihrem Vater zu gewinnen. Eine wunderbare Liebeserklärung an einen Helden mit Anfechtungen und Ängsten.

Vor und nach der Veranstaltung reicht Küchenchef Bernd Rings auf die Lesung abgestimmte Gerichte.

Eintritt: 12,- €, ermäßigt für Schüler und Studenten: 6,- €
Kartenvorverkauf im Literaturhaus Nürnberg, in der Bahnhofsbuchhandlung Schmitt & Hahn und im Thalia-Buchhaus Campe

Keine Kartenreservierung per Mail möglich.

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