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Amos Oz

Der israelische Schriftsteller Amos Oz liest aus seinem neuen Roman "Allein das Meer"

Amos Oz wurde 1939 als Amos Klausner in Jerusalem geboren. Er entstammt einer Gelehrtenfamilie, die 1933 in Palästina einwanderte. 1954 trat er – zwei Jahre nach dem Tod seiner Mutter – in einen Kibbuz ein, wo er den Namen "Oz" (Kraft, Stärke) annahm. Nach dem Wehrdienst und dem Studium der Literatur und Philosophie an der hebräischen Universität Jerusalem kehrte er als Lehrer in den Kibbuz zurück.

Seit 1961 schrieb er zahlreiche Erzählungen und Romane; er gehört zu den weltweit bekanntesten israelischen Schriftstellern. Amos Oz nahm 1967 am Sechstagekrieg und 1973 am Jom-Kippur-Krieg teil. Seither hat er sich – auch in zahlreichen Aufsätzen über den israelisch-arabischen Konflikt – für einen Kompromiss zwischen Israelis und Palästinensern ausgesprochen. Er ist Mitbegründer der Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace now). Seit 1986 lebt Amos Oz mit seiner Familie in Arad in der Negev-Wüste.

In dem Roman "Allein das Meer" erzählen sieben Israelis jeweils aus ihrer Perspektive in Monologen, Dialogen und imaginären Zwiegesprächen von ihren Versuchen, ein gelungenes Leben zu führen. Zu ihnen gesellt sich der Erzähler, der erkennbar Züge des Autors Oz trägt. Die aus Bulgarien eingewanderte Nadja Danon ist an Krebs gestorben.
Ihr Mann Albert, der Steuerberater, versucht nun, sich von der Last der Trauer zu befreien. Hilfe findet er dabei in seiner ehemaligen Kollegin Bettine Carmel. Sein Sohn Rico ist in Tibet unterwegs; er hofft, sich im ganz Fremden zu entdecken, aber in Wahrheit sucht er nach der Mutter. Auch seine Freundin Dita, die ein Drehbuch verfasst hat und nun auf der Suche nach einem Produzenten ist, will herausfinden, wie das Leben sich
zu leben lohnt. Sie hat einen Liebhaber, Giggy Ben-Gal, und auch der Filmemacher Dubi Dombrov ist hinter ihr her.

Als sie in Alberts Haus einzieht, bilden sich Dreiecksbeziehungen heraus, die überraschende Änderungen erfahren: Altes fällt ab, die Gegenwart will um ihrer selbst willen gelebt werden. "Allein das Meer ist noch da, und auch das hat sich gewandelt von blau in grau."

Bemerkenswert ist die poetische Sprache des Romans: Vorgetragen werden die Gedanken und Erinnerungen der Figuren immer wieder auch in rhythmisierten Kurzzeilen, bisweilen sogar in Gedichtform, so dass sich das neue Buch von allen bisherigen Büchern des Autors
unterscheidet: "Dieses Buch von mir sollten Sie auf die ‘einsame Insel’ mitnehmen! Mit ihm will ich in der Erinnerung der Menschheit bleiben."
(Amos Oz)

"Amos Oz hat ein außergewöhnlich tiefgründiges Buch geschrieben." (The Times)

Ausgezeichnet wurde Amos Oz 1992 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 1998 mit dem Israel-Preis für Literatur.

Zur Lektüre empfohlen (Suhrkamp Verlag):
Allein das Meer, Roman, 2002, 19,90 €
Ein anderer Ort 2001, 25,80 €
Dem Tod entgegen, 1999, 7,50 €

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