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buch Freitag, 4.7.2008, 20.00 Uhr
Reiner Kunze
1933 in Oelsnitz im Erzgebirge geboren, studierte er in Leipzig Philosophie und Journalistik, ermöglicht durch den sozialistischen Staat. Der wurde jedoch bald vom Förderer zum Feind, denn Kunze verstand seine Texte nicht als literarische Transportmittel der DDR-Ideologie, sondern war - und ist - auf Verteidigung der Poesie gegen Einflussnahme bedacht. Unter schweren politischen Angriffen endete seine Universitätszeit kurz vor der Promotion. Nachstellungen durch die Staatssicherheit und Schikanen wie Publikationsverbot war er weiterhin ausgesetzt. 1977 siedelte Kunze in die Bundesrepublik über. Für sein lyrisches, essayistisches und erzählendes Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Georg-Büchner-Preis, dem Georg-Trakl-Preis und dem Friedrich-Hölderin-Preis.

Kurz vor seinem 75. Geburtstag liest Reiner Kunze bei uns aus seiner Lyrik. Im Mittelpunkt steht sein neuester Gedichtband "lindennacht" (Fischer Verlag), ein weiteres Zeugnis seiner poetischen Meisterschaft, die sich auszeichnet durch behutsames Ertasten der Dinge und große Präzision, mit der in knappen Versen das Wesentliche zur Sprache gebracht wird: von Kindheitserinnerungen über Reiseeindrücke und Blütenwolken bis zu leiser Trauer und sanftem Trost in den Variationen über den Mythos von Philemon und Baucis.

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