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Literaturhaus Nürnberg, Luitpoldstraße 6
Freitag, 27.4.2012, 20.00 Uhr
Pavel Kohout: Lesung in deutscher Sprache

1928 in Prag geboren, studierte er Philosophie und war als Journalist tätig, u.a. als Chefredakteur der satirischen Zeitschrift „Dikobraz” („Stachelschwein”). Später wechselte er zum staatlichen Fernsehen. 1946 trat er in die Kommunistische Partei ein und wurde ins ZK des tschechoslowakischen Jugendverbands berufen. Weitere Stationen: Assistent des Kulturattachés in Moskau, Redakteur der Soldaten-Zeitschrift, Theaterregisseur und meistgespielter Stückeschreiber in der Tschechoslowakei.

Bei uns wurde Pavel Kohout schlagartig bekannt als einer der Reformkommunisten des „Prager Frühlings”. Nach dem Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes im August 1968 schloss ihn die Kommunistische Partei aus und verbot seine Theaterstücke. In seiner Heimat wurde er von offizieller Seite 20 Jahre totgeschwiegen. Kohout gab jedoch nicht auf, sondern wurde 1977 – neben Václav Havel – einer der Wortführer und Unterzeichner der „Charta 77”, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen durch das kommunistische Regime richtete. Daraufhin wurde der Bürgerrechtler Kohout ausgebürgert. 1980 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Nach der Wende in seiner alten Heimat 1989 wurde ihm auch dort seine Staatsbürgerschaft wieder zugesprochen. Heute lebt der vielfach ausgezeichnete Autor und Menschenrechtler Kohout in Wien und in Prag.

Seinen dramatischen Lebensweg, die politischen Umbrüche in seiner Heimat und in seiner Schriftsteller-Existenz erzählt uns Pavel Kohout in seiner Autobiografie „Mein tolles Leben mit Stalin, Hitler und Havel” (Osburg Verlag). Kohouts literarisch brillanter Rückblick ist das eindrucksvolle Zeitzeugnis eines Intellektuellen, der auch mit sich selbst ins Gericht geht.

Als Meistererzähler erweist sich Pavel Kohout auch in seinem Roman „Der Fremde und die schöne Frau” (Osburg Verlag). In der Tragikomödie schildert er die Herausforderungen des Miteinanders, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Schauplatz ist eine böhmische Stadt, in der sich Einwanderer aus aller Welt ansiedeln, auch in der Nachbarschaft von Rosa. Als sie einen Untermieter sucht, steht ein freundlicher Mann vor ihrer Tür: der Kurde Kemal, Polier bei einer böhmischen Baufirma. Ob Rosas Papagei und Kemals Kater miteinander auskommen? Und die Besitzer?

Pavel Kohouts Sohn Ondrej Kohout zeigt seine Gemäldeausstellung „Sportsfreunde” vom 26.4. (Vernissage: 19 Uhr) bis 24.5. bei LS LandskronSchneidzik – Galerie und Kunstagentur, Deutschherrnstraße 15-19, Nürnberg, www.galerie-ls.de

Eintritt: 12,- €, ermäßigt für Schüler und Studenten: 6,- €
Kartenvorverkauf im Literaturhaus Nürnberg, in der Bahnhofsbuchhandlung Schmitt & Hahn und im Thalia-Buchhaus Campe
Abendkasse am 27. April 2012 ab 18.30 Uhr

Keine Kartenreservierung per Mail möglich.

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