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Literaturhaus Nürnberg, Luitpoldstraße 6
Mittwoch, 5. Dezember 2012, 20.00 Uhr
Bodo Kirchhoff

„Die Liebe ist eines der positiven Lebensrisiken.“ Bodo Kirchhoff in „Druckfrisch“ am 28.10.2012 1948 in Hamburg geboren, studierte er in Frankfurt Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Er promovierte über die Theorie des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan. Kirchhoffs umfangreiches Werk umfasst Bühnenstücke und Drehbücher (von „Tatort“ bis zu „Die Kommissarin“ und „Mein letzter Film“ mit Hannelore Elsner), Erzählungen, Novellen und Romane. Sein literarischer Durchbruch glückte ihm 1990 mit „Infanta“. An diesen Erfolg knüpfte er an mit „Parlando“, „Schundroman“, „Eros und Asche“ und seinem 2004 bei uns im Literaturhaus Nürnberg vorgestellten Roman „Wo das Meer beginnt“.

„Die Liebe in groben Zügen“ (Frankfurter Verlagsanstalt) ist – da sind sich die Kritiker einig – „große Literatur“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Der Roman hält, was der erste Satz verspricht: „Sehnsucht nach Liebe ist die einzige schwere Krankheit, mit der man alt werden kann, sogar gemeinsam.“ Diese Erfahrung machen Vila und Renz, die seit rund 30 Jahren miteinander verheiratet sind. Beide verdienen ziemlich gut in ihren Fernsehjobs und haben sich in ihrem Leben komfortabel eingerichtet. Keiner belastet den anderen und das Miteinander mit Seitensprung-Geständnissen. Ein beneidenswertes Paar, eine bestens eingespielte Eheroutine – bis beide von Begegnungen überwältigt werden, die im Gegensatz zu ihren gewöhnlichen Affären existenzielle Bedeutung bekommen. Renz lässt sich auf eine besondere Beziehung mit der Filmproduzentin Marlies ein. Vila beginnt mit ungeahnter Leidenschaft Bühl zu lieben, einen beurlaubten Studienrat, der den Winter über das Sommerhaus des Ehepaars am Gardasee mietet, um ein Buch zu schreiben: über Franz von Assisi und die heilige Klara und das, was sie im Stillen verband.

Kirchhoff konfrontiert in seinem meisterhaften Roman die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Liebe im gottesfürchtigen Mittelalter und in der Gegenwart. „Die Liebe in groben Zügen“ zählt zu Kirchhoffs persönlichsten Büchern: nicht nur, weil er beispielsweise sein Haus in Torri del Benaco am Gardasee zum Romanschauplatz gemacht hat, sondern weil er schonungslos am eigenen Leben entlang geschrieben hat. Das betrifft sowohl dramatische Jugenderlebnisse als auch Alltagserfahrungen und Zerreißproben in der Ehe. Das Thema „ist zu mir gekommen, weil ich mich nach mehr als 30 Ehejahren gefragt habe, was Ehe ist“, erklärt Kirchhoff. „Die Romanhandlung ist nicht eins zu eins die Geschichte von meiner Frau und mir“ (Allgemeine Zeitung), vielmehr „eine Hochrechnung meines Lebens, dessen Brüche ich kenne“ (Volltext). „Meine Frau hat mich aufgefordert, mit Mut und Offenheit zu schreiben.“ Und genau das hat Kirchhoff getan. Sein Roman über die Chancen und Risiken des Lebensprojekts Ehe als ewige Glückssuche wurde für den „Deutschen Buchpreis“ nominiert

„Mit Sicherheit das bislang wichtigste Werk in Kirchhoffs Œuvre, ein großer Roman, auf grandiose Weise gelungen.“ (Süddeutsche Zeitung)

„670 bewundernswert intensive, genaue, schonungslose Seiten über die Liebe.“ („Das blaue Sofa“, ZDF)

„Man gerät geradezu in den Sog einer Erzählkunst, die ihresgleichen sucht in der gegenwärtigen deutschen Literatur.“ (Deutschlandfunk)

Vor und nach der Veranstaltung reicht Küchenchef Bernd Rings auf die Lesung abgestimmte Gerichte.

Eintritt: 12,- €, ermäßigt für Schüler und Studenten: 6,- € Kartenvorverkauf im Literaturhaus Nürnberg, in der Bahnhofsbuchhandlung Schmitt & Hahn und im Thalia-Buchhaus Campe

Keine Kartenreservierung per Mail möglich.

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