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Literaturhaus Nürnberg, Luitpoldstr. 6,
Mittwoch, 8.7.2009, 20.00 Uhr, Wilhelm Genazino

1943 in Mannheim geboren, war Wilhelm Genazino schon als Schüler für mehrere Lokalzeitungen journalistisch tätig. „Es ist schon ein großartiges Erlebnis, wenn man als 17-Jähriger Erfolg hat mit dem, was man tun möchte. Und damit war eigentlich die Berufslaufbahn vorgegeben”, erinnert er sich. Das Berufsleben begann früher als gedacht, denn Genazino flog vom Gymnasium: „wegen Träumens und wegen Unfähigkeit und weil ich einfach zu sehr mit dem Schreiben beschäftigt war.” Er wurde erst freier Journalist, dann Redakteur, etwa bei der Satire-Zeitschrift „Pardon”. Das Abitur holte er mit Ende 30 nach und studierte anschließend in Frankfurt Germanistik, Philosophie und Soziologie – nach eigener Einschätzung genau im richtigen Alter, um schwierige Bücher verstehen zu können.

Als Schriftsteller bekannt machte Genazino seine in den 70er Jahren erschienene Romantrilogie über den Angestellten Abschaffel. Weitere Bucherfolge gelangen ihm z.B. mit „Ein Regenschirm für diesen Tag”, „Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman”, „Die Liebesblödigkeit” und „Mittelmäßiges Heimweh.” Er erhielt eine Reihe namhafter Preise, z.B. den Kranichsteiner Literaturpreis, den Georg-Büchner-Preis und den Heinrich-von-Kleist-Preis.

Für den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse wurde in diesem Frühjahr Wilhelm Genazinos neuer Roman nominiert, aus dem er bei uns liest: „Das Glück in glücksfernen Zeiten” (Hanser Verlag). Bis ihm immerhin eine Ahnung von Glück zuteil wird, steht dem Ich-Erzähler Gerhard Warlich – einem typischen Genazino-Helden mit hervorragender Beobachtungsgabe und ausgeprägter Neigung zur Melancholie – einiges an Erschütterungen bevor. Der Philosoph mit Doktortitel, aber ohne akademische Karriereambitionen hat es bei einer Großwäscherei vom Ausfahrer zum leitenden Angestellten gebracht und sich mit Anfang 40 in seinem äußerlich alles andere als aufregenden Dasein eingerichtet – obwohl der Vollzeit-Job eigentlich gar nicht zu seiner Idealvorstellung passt, nur halbtags leben zu müssen. Noch weniger passt dazu allerdings der Kinderwunsch seiner Lebensgefährtin Traudel. Damit konfrontiert, gerät für Warlich – seiner eigenen Einschätzung nach eine „ratlose Seele” – die Welt ins Wanken.

Ein „Genie der Beobachtung” (Focus).

„Ein Meistersinger des Lebensschreckens” (Der Spiegel)

„Ein kluges und heiteres, manchmal auch angenehm trauriges Buch” (Die Zeit)

Der Kartenvorverkauf im Literaturhaus Nürnberg, in der Bahnhofsbuchhandlung Schmitt & Hahn und im Thalia-Buchhaus Campe hat bereits begonnen.

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