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Astrid Freyeisen

1969 in Würzburg geboren, studierte sie in ihrer Heimatstadt und im chinesischen Hangzhou Geschichte und Sinologie. Ihre journalistische Laufbahn begann 1987. Seit 1997 arbeitet sie als Hörfunk-Reporterin beim Bayerischen Rundfunk. Während Recherchen für ein Radio-Feature über deutsche Emigranten in Frankreich wurde sie
aufmerksam auf den – zu Unrecht vergessenen – Komponisten, Pianisten und Dirigenten Norbert Glanzberg (1910–2001), dessen Karriere als "fränkischer Mozart" in Würzburg ihren Anfang nahm.

Mit der Biografie "Chanson für Edith. Das Leben des Norbert Glanzberg" (List Verlag, 283 S., 21 Euro) ruft Astrid Freyeisen ein unbekanntes Kapitel deutsch-französischer Musikgeschichte in Erinnerung. Es ist reich an berühmten Namen, großen Gefühlen und
dramatischen Wendungen, die das Leben des jüdischen Künstlers Glanzberg prägten. 1931, im Alter von kaum 21 Jahren, galt er in Berlin als Entdeckung der Saison. Er schrieb Lieder für die Comedian Harmonists und Filmmusik für die Ufa, etwa Billy Wilders Streifen "Der falsche Ehemann". 1933 zwang ihn die Machtübernahme Hitlers und die antisemitische Politik der Nationalsozialisten wegen seiner jüdischen Herkunft zur Flucht. Sie führte ihn erst nach Paris, dann an verschiedene Orte in Südfrankreich. Seine Rettung verdankt er vor allem der legendären Chansonkünstierin Edith Piaf, mit der ihn erst eine kurze leidenschaftliche Liaison und später tiefe Freundschaft verband. Glanzberg komponierte für die Piaf Chansonerfolge wie "Padam, Padam". In der Lesung sind Musikbeispiele zu hören.

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