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Literaturhaus Nürnberg, Luitpoldstr. 6, Tel. 0911/2 34 26 58
Donnerstag, 28.1.2010, Friedrich Christian Delius

1943 in Rom geboren, studierte er in Berlin Germanistik, unter anderem bei Walter Höllerer, und promovierte 1970. Anschließend war er als Lektor tätig. Seine literarische Laufbahn begann Mitte der 60er Jahre mit dem Gedichtband „Kerbholz”. Seither veröffentlichte er ein umfassendes Werk an Lyrik und Prosa, darunter die Romane „Mogadischu Fensterplatz”, „Die Birnen von Ribbeck”, „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“, „Mein Jahr als Mörder” und „Bildnis der Mutter als junge Frau”. Als Sprachvirtuose, der enormes Wissen, Ironie und literarisches Raffinement gekonnt verbindet, erhielt Delius eine Reihe wichtiger Auszeichnungen, etwa den Schubart-Literaturpreis, den deutschen Kritikerpreis und den Joseph-Breitbach-Preis.

Charakteristisch für Delius’ Romane ist – neben der Auseinandersetzung mit deutscher Zeitgeschichte – die Verbindung von Realität und Fiktion. Ein Musterbeispiel dafür ist „Die Frau, für die ich den Computer erfand” (Rowohlt), ein biografischer Roman in Form eines Monologs. Zu Wort kommen lässt Delius Konrad Zuse (1910 bis 1995), passend zum 100. Geburtstag des Ingenieurs und Erfinders, der durch seine bahnbrechende Pionierarbeit für die Computerentwicklung Forschungsgeschichte schrieb. Dem höchst vitalen 84-Jährigen gönnt Delius das Vergnügen, den Festakt zur Verleihung der 14. Ehrendoktorwürde zu schwänzen. Viel wichtiger als eine weitere Laudatio ist es Zuse, endlich einmal seine eigene Version von Lebensleistungen und Leidenschaften zu erzählen. Und das wird „keine Frackrede…, sondern eher im Arbeitskittel”: eine Mischung aus kritischer Selbstbefragung und Generalbeichte, aus lebendig vergegenwärtigter Vergangenheit, mitunter geharnischter Gesellschaftskritik und virtueller Liebesgeschichte.

„Nie war Delius so heiter, so entspannt und politisch unkorrekt wie in diesem Monolog eines alten Grantlers.” Berliner Zeitung

„Delius erweist sich hier wieder als ein aufklärerischer, fantasievoller Chronist und als souveräner Sprachvirtuose.” Rheinischer Merkur

„Delius ist die Exzellenz des kühlen Humors unter den gesellschaftskritischen Schriftstellern, der elegante Stilist und dezente Moralist.” Neue Züricher Zeitung

Vor und nach der Veranstaltung werden auf die Lesung abgestimmte Gerichte angeboten.

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